Erstmal Corinnas Gewinnspiel!

Es ist ungehäuerlich wichtig für jeden, der ein Mitbringsel will, richtig einzuordnen, was wir jeweils für Freunde und Familie vorsehen. Es folgt die Gallerie diesmal direkt im Text. Unter der Vergrößerung des jeweiligen Fotos steht eine Nummer. Wer sein Mitbringsel errät, der bekommt es auch.

Für wen sich das Mitspielen lohnt:

Alina und Marco, Kießling Oma, Hermann und Karin, Lisa, Stefan Müller, Max und Tina, Vinni und Chrissy, Jogi und Silvie, Kathi , Agata,  Caro, Dorothee, Alena, Vroni M. und Vroni H., Julia, Nella und Dominik, Gaby und Peter, Ilona und Günther, Oma und Opa, Christian, Johannes, Günther und Tine, Daniela Altendorfer, Diana, Daniela Schiller, Steffi die Schrödingerin, Annika

Also viel Spaß beim suchen ;-)

Ich hatte mich von meiner Arbeit im Ministerium schon schon seelisch verabschiedet, da trifft Corinna eine meiner ehemaligen Arbeitkolleginnen im Bus. Natürlic, so sind die Ticos/Ticas halt will sie wieder was mit uns machen und wird sich die nächsten Tage mal melden. Ich/wir gehen schon davon aus, dass es wohl keine Nachricht geben wird. Wenn wir schon was mit ihr machen wollen, dann solls auch an uns liegen.

25. Juni, alles gute Günther!!! Wir wünschen dir auf diesem Weg alles gute zum Geburtstag und gute Besserung mim Greiz. Wemma wieda daheim sinn, dann gibt a Falschal für uns alle, ha?

Es ist ja nicht mehr lang, bis wir wieder zurück nach Bayern kommen werden, also haben wir uns auf die Suche gemacht, uns bestmöglich vorbreiten zu können. So bot uns das Internet die Möglichkeit, wieder bayerische Klänge aus der Heimat zu hören. Wir organisieren uns die Sendung Dahoam is Dahoam von B3 und los gehts, wir werden langsam wieder zu Bayern.

Was sehr gut zu Bayern passt, zumindes nach unserem Verständnis, sind Schnitzl! Am Freitag nach der Dahoam ist Dahoam Woche bekommen wir Besuch und bereiten deshlab für Joha und Didier sole zu. Nach einiger Verspätung, da aufm Berg von Tres Rios anscheinend kein Bus kam, klingelt das Telefon, Corinna bereitet die Beilage, ich hole sie vom Bus ab und ein sauleckerer mit Bier ausgeschmückterAbend kann beginnen. In etwa bis eins gibts diesmal vollgefressen auf dem Sofa kulturellen Austausch vom feinsten.

Die kommende Woche verläuft recht angenehm und normal. Corinna bringt den Mädls in der Arbeit “wer bin ich?” bei und findet sich selbst zu ihrem Erstaunen als Britney Spears wieder. Ein weiteres Teil unserer Kultur ist die Verarbeitung von Rohwolle. Auch dieser muss noch schnell den Ticos in irgend einer Form näher gebracht werden. Am besten kauft man sich ein paar Kneul Wolle - Schafal gibts hier ja nicht, also ist auch die Rohform nicht erhältlich - und zerzupft diese dann soweit, dass sie bereit liegt wieder zusammengefilzt zu werden. Ganz schön bescheuert kann man sich denken, aber inzeischen liegen einige Stücke schon in den Geschäften San Josés und die Leute reißen sich drum.

Am Wochenende gehen wir wiedermal mit Sindy und Luis aus. Lorenz ist krank, aber Katrin kommt mit. Wir machen uns zu Fuß auf zum Japaner und somit kann Corinna endlich ihren schier nicht zu unterdrückenden Drang, rohen Fisch in sich hineinzustopfen, ausleben. Erstaunlicherweise ist das Menu günstig wie reichhaltig und unglaublich lekker. Raus aus dem Japanerhaus, vorbei an Herbie dem tollen Käfer zieht es uns noch in eine Bar/Kneipe/Disco - auf jeden Fall groß - namens irgendwas mit Zukunft. Auf jeden Fall in Achzger-Aufmachung.

Das restliche Wochenende vergnügen wir uns in San José, machen dort noch einige Besorgungen, streifen wiedermal durch Pequeno Mundo und schließen das Wochenende am Sonntag mit Feria Agricultura und viel rumflacken. Corinna beginnt ihren Bericht.

Die folgende Woche läufts bei mir an der Uni endlich mal ein bisschen produktiver. Die letzten Semesterwochen und die Prüfungszeit ist vorbei und außer Jonatthan lassen sich auch Ivan und Mercedes blicken. Jonatthan, da etwas weiter fortgeschritten, wird von mir die Woche zum Hilfslehrer umfunktioniert und soll den anderen sonst meist fehlenden entscheidende Sachverhalte erklären. Er macht sich ganz gut und ich denke, er hat dabei auch selbst ein bisschen mehr begriffen. Corinna dagegen lebt eine normale Woche bei Construyendas Esperazas mit einer kleinen Verkaufsexkursion zu einem Markt an einer kleinen privaten Uni. Sauberes Negativgeschäft. 6.000 Colones (8 Euro) Umsatz bei zwei Vollzeitkräften am Stand.

Die Woche ging schnell vorbei. Freitag abend war dann erstmal nixtun angesagt und Samstag wieder Besuch. Sindy und Luis kommen uns besuchen. Wir kaufen groß ein und ich zaubere pikantestes Putengeschnetzeltes mit Reibadatschi aus corinnischer Fertigmasse. Es schmeckt, na Gott sei Dank. Wir unterhalten uns gut und es ist ein abwechslungsreicher Abend, der mit fortgeschrittenem Bierkonsum zum Deutsche-Schimpfwörter-Unterricht wird. Darüber hinausdürfen Corinna und ich uns an der Ausprache einiger Maya-Wörter probieren.

Wir machen für Sonntag noch ein Treffen aus. Um vier Uhr nachmittags singt Luis Bruder in einer Latino-Rockband. Wir machen uns um ca. drei Uhr auf zu El Pueblo. El Pueblo ist ein dem Anschein nach altes Dorf im Norden der Stadt San José (Guadalupe). Es leben jedoch in den Häusern keine Familien. Stattdessen gibt es jede menge Bars, Clubs, Restaurants und kleinere Läden zum Einkaufen. Ist vermutlich einer des gemütlichsten Orte im Großraum San Josés - so lange es nicht Freitag oder Samstag Mitternacht ist. Laut Sindy ist dann dort die Hölle los. Wir wollen uns das Treiben die nächsten Wochen auf jeden Fall auch mal zur Weggehstunde anschaun.

Das Konzert an sich hat einige Stunden Verpätung, die Kneipe ist recht gemütlich, aber dunkel und die Musik trifft auch nicht unbedingt unseren Geschmack. Trotzdem ein schöner Abend.

Das Wochenende ist vorbei, an die Arbeit,

Guad Nacht!

Nach einer ganz normalen Woche im Ticoland mit viel europäischem Fußball haben wir dann am Wochenende das letzte Überbleibsel aus der Academia Tica verabschiedet. Dorothea, eine Freundin aus der Schule, machte sich am Montag auf den Weg zurück nach Deutschland. Mit ein wenig Wehmut und einer guten Portion eigenem Heimweh haben wir nach einem guten Fischessen da luego gesagt. Dorothea, der Venuswurf will wieder zurück zu dir und wird dich sicherlich auch finden!

Basti macht am Montag dann alles für UNSERE Reise nach San Andrés klar, d. h. er holt die Tickets bei Herrn Schlotterhausen (!) ab. Aufgrund zweierlei Ereignissen können wir uns also auf unsere Abreise freuen: zum einen hat Deutschland das Viertelfinale erreicht (Schlaaaaand) und wird uns dann aus der Flimmerkiste wieder entgegentreten. Außerdem erwartet uns ein weiteres Mal ein Kurzurlaub in der Karibik – diesmal auf columbianische Art.

Am Abreisetag stehen Basti und ich um 6 Uhr auf und eine Stunde später sitzen wir dann auch schon im Taxi Richtung Flughafen. Die morgendliche Rush Hour – zu Spanisch hora pica – nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch…

…diese Situation bestätigt mich mal wieder bezüglich meiner Stresserhaltung: lieber mal ein paar Stunden früher los!

Nach mindestens einer Stunde Taxifahrt erreichen wir dann auch den Flughafen – diesmal gibt es keinen Kontrolleur der bereits am Eingang unsere Reisepässe und Tickets sehen will. Beim Check In geht’s alles ziemlich schnell und problemlos, obwohl Basti und ich unsere Ausreisezettel mit den jeweils anderen Daten bestückt hatten. Das Flughafenpersonal kümmerte sich jedoch um nichts anderes außer um perro caliente.

Am Flughafen überkommt mich ein großer Schwall Vorfreude auf zu Hause und mit diesem Glücksgefühl geht’s dann in die Luft… und auch gleich wieder runter, denn der Flug an sich dauerte nur circa 45 Minuten.

Wir landen nicht wie befürchtet auf dem Wasser sondern auf der kleinen Landebahn eines kleinen internationalen Flughafens. Die Migración geht abermals schnell und die Kontrolleure am Ausgang machen nur mal kurz unsere Rucksäcke auf und befühlen ohne hinzuschauen das Innenleben. Weiter geht’s zu einem Decameron-Infostand, wo wir von einer netten Dame einen Zettel und noch einen Zettel und einen Hinweis auf eine weitere nette Dame erhalten. Diese teilt nun uns und die übrigen Pauschalurlauber auf Taxis auf und los geht’s in den All-Inclusive-Himmel.

Exkurs: Basti´s Gefühlswelt

Pauschale okay – All Inclusive na ja. Wir kommen im Hotel an, wollen an unsere Schlüssel, weil – vor allem auf mich – ein Halbfinale im Zimmer wartet. Schon im „Schlüsselvergabezimmer“ steht ein TV, aber nix da, nicht mal ohne Ton dürfen wir fernsehen. Na dann wart ma halt a bissal am Pool und ziehen uns einen Cocktail rein. Die erste Halbzeit verstreicht, die Schlüssel und auch die Fernbedienung kommen und endlich fallen in medio tiempo dos auch Tore vor unseren Augen.

3:2 – D:POR

Weida samma!

Exkurs Ende

Basti´s Stimmung ändert sich daraufhin schlagartig von „genervt“ in „sehr gut“ und wir machen uns zu Fuß auf zum Strand. Das Wasser ist türkis, der Sand weiß und die Palmen komplettieren das altbekannte Karibikfeeling. san-andres-3996.jpg Wir wollen eigentlich einen Spaziergang machen, jedoch kommt Regen auf und wir spazieren zurück ins Hotel… wo wir die Mugel wiedersehen. Basti hat sich am Flughafen für eine Frau begeistert, die ich kaum beschreiben kann, da sich „Eifersucht“ bei mir breit macht.

Exkurs: Basti´s Gefühlswelt bezogen auf die Mugel

Schwarz und weiß, um genau zu sein fast ganz weiß mit schwarzem Muster. Die Figur passt so gut zum Outfit dass man fast an den Europass denken kann. Einzig der Kopf und die zu kurz geratenen Beine stören ein bisschen. Fast hätte ich ihren Mann gefragt, ob wir nicht ein bisschen spielen wollen.

Exkurs Ende

Ach ja, im Hotel erfahren wir, dass wir 35 Dollar Ausreisegebühr pro Person bezahlen müssen… Wir haben natürlich kein Bargeld bei uns außer Colones – es hieß ja, alles inklusive. Ich mache mir Gedanken, da wir die Auskunft erhalten, dass wir nur im Zentrum Geld abheben können und der Fußmarsch circa 2 Stunden dauert. Am nächsten Morgen beschließen wir, einfach mal einen Taxifahrer zu fragen, ob er uns zur Bank fährt und wir ihn mit dem frisch abgehobenen Geld bezahlen können. Bevor wir aber überhaupt mit einem Taxista reden können werden wir von Touranbietern belagert, die uns alle eindringlich empfehlen uns die Gegend anzuschaun und ein paar Dollar dazulassen. Wir treffen auf unverständige Blicke als wir diese Angebote ausschlagen und betonen, dass wir erstmal Geld holen wollen. Wir haben nämlich noch keine Dollar die wir dort lassen können! Während ich mich um die wichtigen Angelegenheiten kümmere muss Basti sich vor einer Rastazopfflechtfrau in Sicherheit bringen. Diese ruft dann kurzum einen Taxifahrer, dem wir unser Problem schildern. Er lenkt ein und bringt uns zur Bank, in der Hoffnung, dass wir anschließend mit ihm eine Privattour um die Insel machen. Er „erarbeitet“ sogar eine kleine Route für uns, aber wir beide sind uns einig, dass wir einfach nix, nix, nix, aber auch glei gar nix machen wollen. Also steigen wir beide (!) bei der Bank aus, nicht dass der Fahrer dann einfach mit mir abhaut! Er wirkt nach Bezahlung sehr enttäuscht über unsere Unwilligkeit eine Tour mit ihm zu machen und zieht ohne Gruß von Dannen.

Nach der Beschaffung von Geldmitteln geht’s mir deutlich besser und Basti und ich erkunden ein wenig das Zentrum von San Andrés. Wir weisen uns mit unseren Clubarmbändern – als ob das überhaupt nötig wäre – eindeutig als Touristen aus und werden mit Angeboten bezüglich Taxifahrten und Tagestouren überhäuft. Man kann hier einfach nicht verstehen, dass ein Tourist einfach nur seine Ruhe will und all die „tollen“ Vorschläge ablehnt. So finden wir uns dann auch als einzige Touris im örtlichen Bus wieder.

An diesem Tag haben wir dann auch mehr Glück mit dem Wetter und wir lassen uns am Strand kräftig die Sonne auf den Pelz scheinen. san-andres-3971.jpgSpäter gibt’s dann auch reichlich Cocktails, so dass wir uns um 16 Uhr für ein kurzes Rauschausschlafen ins Zimmer zurückziehen. Schon am Vorabend machten wir eine Reservierung für das Restaurant „Pastafary“, an das wir hohe Erwartungen setzten, die jedoch kläglich enttäuscht wurden. Der Wein war viel zu süß, Basti´s Fisch eiskalt und fischig und mein Essen war auch nicht der Rede wert. Dafür wurden wir abends bei einer internationalen Tanzshow „entschädigt“ (bzw. beschädigt) – ich kam mir vor wie bei einer Schulaufführung. Der Regen setzte – dem Herrn sei´s gedankt – dem Elend dann ein Ende.

Der nächste Tag begann ganz gemütlich mit einem reichhaltigen Frühstück und einem anschließenden Spaziergang an einen Strandabschnitt mit türkisfarbenerem Wasser als Strandabschnitte mit türkisfarbenem Wasser. So scheijn, so scheijn kann die Karibik seijn!

Auf dem Rückweg zum Hotel trafen wir auf einen Papageienmann. san-andres-4064.jpg Wir fragen ihn, ob wir ein Photo von ihm machen dürfen, um nach dem Drücken des Auslösers mitgeteilt zu bekommen, dass dies seine Arbeit sei und er nun Geld von uns wolle. Er will 20000 Peso für ein Photo, zum Glück haben wir nur 9000. Das war dann auch okay, alles andere wäre Wucher.

Nach einem weiteren faulen Nachmittag mit Alkohol, Fußball und Pool gab´s dann abends im „Restaurante Japonés“ außerordentlich leckeres Essen in verschiedenen Gängen. Diesmal wurden wir tatsächlich für den Fraß am Vorabend entschädigt. Vollgefressen und zufrieden mugeln wir uns ins Bett.

Am Abreisetag lassen wir alles gemütlich angehen und haben um 10 Uhr auch den Check Out hinter uns. Leider eine Stunde zu früh, denn im All-Inclusive-Himmel läuft alles genau nach Plan und diesem zufolge dürfen wir erst mit einem Taxi um 11 Uhr zum Flughafen fahren. Also, nochmal an den Pool. Diesmal „genießen“ eine Cola, ein Backgammon und die Gesellschaft eines sturzbetrunkenen Columbianers für den es keine Nationalitäten sondern nur Tierra Mundo gibt. Aber gut dass wir warten mussten, denn so kamen wir in den Genuss der unmittelbaren Gesellschaft der Mugel, unseres ständigen Bezugspunktes. Wir teilten uns ein Taxi mit derselbigen und endlich ging´s los zum Flughafen und somit zurück ins Ticoland. Das Visum ist erneuert und somit kann die letzte Etappe starten. Deutschland, wir kommen bald wieder!!!

Gewinnspiel:

Was haben die Mugel und der Europass gemeinsam?

 

Zu gewinnen gibt es diesmal:

Eine Duschhaube mit passender Seife aus dem All-Inclusive-Hotel.

 

Der Besuch ist weg, die Gringa ist weg, wir haben wieder ein bisschen mehr Zeit für uns und vor allem ich kann damit anfangen das Projekt – ein Web-GIS solls werden - an der Uni zu organisieren. Gleich am Montag habe ich einen Termin beim Professor Rafael Arce Mesén, der Direktor der Escuela de Geografía der UCR – Universidad de Costa Rica.

 

 

Der Termin verläuft ziemlich gut. Ich kann an der Uni im „Forschungslabor“ einen Computer/Arbeitsplatz haben, an dem ich zusammen mit einigen Studenten arbeiten kann. Also, das erste Ziel, Studenten zu finden, die sich für das Thema interessieren und ein bisschen Zeit investieren wollen, um ein Web-GIS zu realisieren. Herr Arce macht einen Aushang und ich gehe wieder nach Hause und beginne, einige Informationen für ein erstes Infopapier zu sammeln. Im Verlaufe der Woche bekomme ich von einigen interessierten Post und versuche auf spanisch meine Ziele so gut wie möglich zu erklären. Es stellt sich heraus, dass die konreten Ziele in diesem Fall schwerer zu formulieren sind als angenommen. Ich selbst habe eine Vorstellung, wie das ganze im Endeffekt aussehen soll, wie erklärt man das aber Leuten, die von der Materie keine Ahnung haben. Ich versuchs und am Ende der Woche habe ich eine noch größere Anzahl an Interessenten, also werden sie mich schon verstanden haben.

 

 

Mit dem Professor war von Anfang an ein erstes Gruppentreffen am Montag geplant.

 

 

Die Vorbereitungen laufen gut, doch schon am Dienstag gibt’s für mich urplötzlich wieder weitere Aufgaben. Ein gutes Grundgerüst und eine Komplettanleitung für das weitere Verfahren mit dem GIS im Ministerium (MIVAH) ist meinem ehemaligen Jefe nicht genug. Keiner im Ministerium will sich mit der Software beschäftigen. Sie wollen, anders als vor ca. zweineinhalb Wochen vereinbart, ein Kompltettpaket, das bereit steht, um analysiert zu werden. Ich setzte mich also nochmal drei komplette Tage hin, schmeiße einiges gut gelöste Dinge wieder in den Müll und bin Donerstag abend fertig. Das Paket, das sie wollten habe sie, sollte Interesse bestehen, für weitre Gebiete was ähnliches aufzubauen, sehe ich schwarz. Am Freitag bekomme ich meine Praktikumsbestätigungn, also kann ich damit leben und das Ministerium anscheinend auch.

 

 

Am Freitag haben wir uns zusammen mit Patricias Familie, ohne Patricia im Jazz Café verabredet. Es spielt eine Tico-Band jüngerer bis älterer Herren. Malpais war wirklich der beste Tip, den uns Patricias Familie geben konnte. Unbeschreiblich gute Musiker, einfach unbeschreiblich. Der Abend mit Javier, Mariana, einer uns unbekannten Frau und später noch Dorothea war bis zu einem gewissen Zeitpunkt perfekt. Das Konzert stoppte und der Sänger ruft durch sein Mikrophon el esposo Sebastian aus, er solle doch bitte zur puerta kommen, dort ist seine esposa. Corinna hatte auf dem Weg zum Klo einen Kreislaufkollaps und saß klitschnaß vom Schweiß und mit einem Cola vor der Eingangstür. Zwei nette Ticas kümmerten sich liebevoll um sie, sie war jedoch kaum ansprechbar. Javier, der mich zum Ausgang begleitet hatte holte sein Auto, ich unsere Sachen und wir machten und wir wurden in die Wohnung gebracht. Corinna gings wirklich dreckig und ich – natürlich wir beide – machten uns große Sorgen, da es schon in Cahuita einen ähnlichen Vorfall gab. Ich habe Corinna mit soviel Flüssigkeit wie möglich versorgt, bis sie eingeschlafen ist. Gott sei dank ging es ihr am nächsten Tag und bis heute wieder besser.

 

 

Schon am Samtag hatten wir wieder eine Einladung. Gegen frühen Nachmittag brechen wir Richtung Joha und Didier auf. Jeder weiß ja, wo die Beiden wohnen. Eine weiter Arbeitskollegin mit Mann und Tochter waren dort zusammen mit uns zum lasagneessen eingeladen. Sehr gemütlicher und angenehmer Nachmittag und endlich konnte auch das erste Mal Fußballspielen in Costa Rica klar gemacht werden. Am Montag solls soweit sein. Corinnas Arbeitskollegin und ihr Mann brachten uns mit dem Auto wieder nach Hause und wir machten uns noch einen gemütlichen Abend.

 

 

Sonntag: Der obligatorische Besuch am Feria Agricultura in Zapote, damit es wieder Chorrizo gibt. Diesmal brauchten wir aber eine mehr und noch eine kleine Orchidee, weil wir eine Einladung bei Johas Mama hatten und nicht ohne Mitbringsel auftauchen wollten. Wir lernen die ganze Familie Johas kennen, es gibt natürlich wieder reichlich und, wie es einer Oma gebührt, sau lecker zu essen. Viele Unterhaltungen auf spanisch machen Spaß und müde. Wir bekommen das Microklima der Umgebung erklärt, unterhalten uns über Fußball, unsere anstehende Ausreise nach Nicaragua (von einem Eingeheiratetem bekommen wir gute Tips) und bekommen sogar einen Fünfcolonesschein geschenkt. Man beachte, dass heute ca. 800 Colones einen Euro wert sind.

 

 

Das Wochenende klingt bei uns in San Pedro aus und am nächsten Tag geht’s für Corinna dahin, wos immer hingeht und für mich zum ersten Treffen an der Uni.

 

 

Natürlich, ich bin ja Deutscher, bin ich pünktlich um fünf vor neun zum vereinbarten Termin am rechten Ort. Ein weitere kommt und der Prof. Aber die anderen? Es stellt sich heraus, dass ich in meiner Rundmail den Zeitpunkt des Treffens nicht angegeben habe, genau so wenig wie der Prof auf seinem Aushang.

 

 

Ich bespreche mich also mit einem, der zukünftig an meinem Projekt mitarbeiten wird, er führt mich noch in die Zeitschriftenabteilung der Uni, in der er zur Zeit an einem anderen GIS-Projekt arbeitet. Der termin muss also verschoben werden. Ich schreibe eine weitere Rundmail und entscheide mich für den folgenden Tag um zwei Uhr nachmittags und freu mich jetzt einfach aufs Fußballspielen am Abend.

 

 

Corinna kommt auch mit zum zuschaun und Lorenz unser Nachbar will auch sein Können unter Beweis stellen. Wir ziehen um halb sieben los, treffen uns im nahe dem campo de futbol 5 gelegenen Apartement von Cindy und Luis (er wird auch mitspielen). Beim campo treffen wir erstmal Didier mit Anhang und ich kanns kaum mehr erwarten bis es endlich los geht. Also eintreten, raus aus den Straßenklamotten, rein in die Sportkleider, in dier neugekauften Schuhe und raus auf den Platz. Wir befinden uns in einer Halle, ein Spielfeld etwa halb so groß wie ein E-Jugend-Feld, mit Handballtoren. Genau wie is mog. Ich schnappe mir als erster den Ball, und fange an rumzubolzen. Etwa eine viertel Stunde später sind wir vollzählig, teilen die Mannschaften ein und es kann losgehen. Voller Motivation legen wir los, Lorenz macht das erste Tor, ich versuche gleich danach früh zu stören, aber vertrete mich bei einer Attacke – as Knie is nach einer Minute und einem Ballkontakt hin! Super, schon fertig, raus auf die Bank, Corinna besorgt Eis und ein Cola wegen Zucker gegen den Schock. Natürlich bin ich frustriert, kann nicht mehr laufen und es beginnen für mich die nächsten Tage erstmal Arztbesuche. Am Dienstag, das Treffen an der Uni musste natürlich wieder abgesagt werden, weil ich nicht mehr laufen kann, erstmal zu einem Metzger, den Joha kennt. In einem Haus gibt es einen Raum mit einer grindigen Liege, einem Handtuch drauf und ein Elektromuskelzuckgerät. Der „Arzt“ wurschtelt erstmal mein Knie rum, murmelt was von minisco, babbt mir zwei Pads auf Oberschenkel und Wade und lässt erstmal Strom durch meine Adern und Venen schießen. Die Prozedur ist nach 15 Minuten fertig und jetzt wird’s dann noch ein bisschen schmerzhafter. In Bauch- und Rückenlage wird’s das Knie in alle Seiten gestreckt und gedehnt, bis ichs nichtmehr aushalten kann. Nebenbei mampft der Herr Doktor ein Eis und ratscht mit Joha. Ohne wirkliche Besserung gehe ich heim und entschließe mich, doch am nächsten Tag noch in einem Krankenhaus vorbeizuschaun, um auf Nummer sicher zu gehen. Also Am Mittwoch mit dem Taxi nach Escazu in die Klinik CIMA – wirklich nur zu empfehlen dieses Krankenhaus. Die Angestellten und Ärzte nehmen sich viel Zeit, erklären mir alles ganz genau und nehmen mir die Angst. Meinem Knie geht es wohl doch nicht so dreckig wie ich befürchtet hatte. Schon am Abend geht’s mir wieder besser, am nächsten Morgen kann ich schon fast wieder normal gehen und am Freitag soll dann nochmal eine respondencia magnética gemacht werden.

 

 

Nachdem es Donnerstag abends schon wieder wirklich gut aussieht, verzichte ich auf den Termin einer Kernspin-Untersuchung, will mir das Geld eventuell sparen und erstmal bis Montag abwarten.

 

 

Das Wochenende steht bevor, aber nicht nur das, sondern auch die EM. Feude Freude und auf wiedersehen.

 

 

Bei uns ist die Freude so groß, dass es wieder an der Zeit ist, euch Geschenke zu machen. Ein weiteres GEWINNSPIEL wartet, bei dem wieder genau eine Woche Zeit ist, bis der Gewinner feststeht. Diese Info nochmal am Rande für die Silvie.


Frage: Corinna hat vier Kolleginnen in der Arbeit. Wer mir drei nennen kann kommt in die Auswahl, wer alle vier nennt gewinnt auf jeden Fall!

Wie gesagt, es bleibt spannend!

 

Wir ziehen also traurig über den Abschied unseres angenehmen Besuchs von Dannen. Am Flughafenbusbahnhof spricht mich ein „Busschreier“ an, ob ich denn spanisch spreche. Er gibt mir Auskunft über den Bus nach San José – wann er fährt uns wieviel er kostet. Ganz nett, denke ich, aber eigentlich wissen wir ja bescheid. Jetzt fragt er mich noch ob ich englisch sprechen – ja – dann soll ich bitte dem Mädchen da auf der Bank die Infos übersetzten. Auf der Bank sitzt ein blondes amerikanisches Mädchen, sie wirkt sehr jung ist aber schon 28 wie sich später herausstellen sollte. Natürlich übersetze ich. Im Bus sitzen wir dann hinter ihr.

 

Wir beobachten sie ein klein wenig und bemerken, dass sie anscheinend keine besonders großen Ahnung hat, es scheint als stünde eine Sprechblase über ihr: „Oh, I´m in Costa Rica, right?“. Wir erkundigen uns, wohin sie denn will, was sie vor hat, ob sie denn eine Unterkunft hätte. Ihr Plan: Erstmal mit samt Reisegepack durch San José spazieren, einige Einkäufe erledigen und später irgendwann eine Unterkunft suchen. Klingt ja ganz gut, aber es ist so etwa zwei Uhr, bald wird’s richtig heftig zu regnen beginnen und mit Reisegepäck durch San José zu laufen ist gefährlich. Also erstmal unser Tip, sich eher im Osten als im Westen noch vor dem Shopping eine Unterkunft zu suchen. Am besten nicht in der Gegend des CocaCola-Busbahnhof.

 

Naja, wir reden eine Weile mit ihr und es stellt sich heraus, dass sie ohne Panung ein One-Way-Ticket gekauft hat, Zentralamerika bereisen will und bis heute noch nichts über ihre Zielländer weiß. Nach längerem Überlegen bieten Corinna und ich ihr für EINE NACHT das lehre Zimmer in unserer Wohnung an. Sie kommt mit, von uns zu essen und zu trinken und Corinna informiert sie den Abend lang über Costa Rica – sau brav meine Frau!

 

Insgesamt werden aus der angebotenen Nacht drei Nächte und wir rufen sogar am Freitag Abend die amerikanische Botschaft an. Sie weiß, dass wir am Samstag um halb sechs das Haus verlassen werden, weil wir eine Raftingtour mit Katrin und Lorenz geplant haben. Ich hatte sie Vormittags bis zur Bushaltestelle begleitet und genau erklärt, wie sie wieder zurück findet. Von ihr mittgeteilt und von uns somit erwartet war eine Rückkunft am Nachmittag. Bis neun Uhr Abends war sie jedoch noch nicht aufgetaucht. Ihr Pass, ihr Gepäck und ihr Geld liegt also in unserem Apartment, wir wollen ins Bett und am nächsten Tag werden wir nicht zu erreichen sein. Die Botschaft nimm lediglich die Passdaten und Infos zu unserer nächstmöglichen Erreichbarkeit auf. Also bleibt nur zu hoffen, dass ihr nichts passiert ist und sie noch irgendwann kommt.

 

Ok, sie kommt und damit sinds dann schon mindestens zwei Nächte.

 

Das Mädl heißt übrigens Ashley, ist 28 und kommt aus NY. Sie ist wirklich eine umgängliche Person und wir müssen sie ja nicht unbedingt loshaben. Es ist bloß so, dass wir nach gewisser Zeit – war ja auch zwei Wochen Besuch da, wiedermal ein bisschen Ruhe haben wollen, außerdem haben wir auch was vor und wollen ihr die Wohnung nicht alleine überlassen.

 

Jedenfalls verlässt sie mit uns am Samstag um dreiviertel sechs das Haus, „vergisst“ aber leider ihre Sachen, sodass sie augenscheinlich noch eine weitere Nacht bleiben will. Na gut, dann eben eine Übernachtung mehr, aber Corinna erklärt ihr Samstag Abend auf diplomatische Art und Weise, dass es vor allem für uns Sinn macht, dass sie sich am Sonntag eine neue Unterkunft sucht. Natürlich sieht sie das ein und ist dann auch Sonntag morgen verschwunden.

 

Nun aber nochmal zum Samstag. Wir treffen uns mit Katrin und Lorenz bereits um fünf Uhr 45, damit wir rechtzeitg am Treffpunkt sind und vom Raftingshuttelbus abegeholt werden können. rafting-08788.jpg Ein bisschen müde und träge beginnt der Tag, aber mit einem bei Tagestouren Inclusivfrühstück – Gallo Pinto – gehen wir gestärkt an ein kleines Abenteuer heran. Ziel ist der Rio Pacuare, laut Lorenz einer der fünf schönsten natürlichen Wildwasserkanäle unserer Erde. Es ist tatsächlich beeindruckend, durch schmale zerklüftete Felscanyons zu fahren, sich ab und zu von einem herabbrausenden Wasserfall erfrischen zu lassen oder auch mal an einer ruhigen Stelle aus dem Boot zu hüpfen und einfach ein bisschen zu plantschen. Wir haben Glück: wir vier Bayern teilen uns ein Boot und haben einen sehr lustigen teils etwas verrückten Guide dabei. Saçi hat nur eineinhalb Beine, doch die Behinderung bemerkt man weder an Land noch im Wasser. Er führt uns sicher durch die Stromschnellen, schreit lauthals, wenn das Boot unter Wasser taucht rafting-0199.jpg und lässt von Zeit zu Zeit ein paar Brocken Rammschtein von sich hören, während er auf seinem Paddel Luftgitarre spielt. Das Erlebnis ist schwer zu beschreiben, am besten man macht es selbst einmal. Auch die Fotos sprechen für sich! Den Abend wollten wir eigentlich mit einem netten Abendessen bei uns oder den Nachbarn ausklingen lassen. Später sind wir doch recht kaputt und entschließen uns, einfach ins Bett zu fallen.

Am Sonntag waren wir wieder einmal bei Corinnas Chefin und Pizzakochküntlerin eingeladen. Diesmal waren auch Lorenz und Katrin dabei. Es war saulecker, sauviel und dazu gabs noch Wein. Perfekt um das Wochenende angenehm ausklingen zu lassen.

Guas Nacht!

haben wir einen Artikel zweimal geschrieben, einmal die Corinna, einmal ich.

Jetzt Corinnas Version:

Costaricanische Vier und eine Gringa

Die nächsten paar Tage erweist sich meine Schwester als wahre Hausfrau: Sie schließt Freundschaft mit „mapache“, unserer Waschmaschine, und wäscht eine Ladung nach der anderen. Dominik, Gratulation zu deinem guten Fang!

Für mich heißt es nun wieder Arbeit und für Basti, Nella und Nicki Shopping:

Montag: TerraMall – für Nella gab´s nix aber für Dominik endlich die lang ersehnten adidas-Turnschuhe.

Abends wurde dann wieder gekocht und selbstverständlich g´watt.

Dienstag: Mercado Artensanía und diverse Souvenirshops rund um den Parque Morazán. Die beiden haben Deko aus Holz für ihre neue Wohnung und Schdodsemmen für die Lieben zu Hause gekauft. Danach machten sie zu meiner großen Freude einen Abstecher zu mir in die Arbeit und haben gleich mal kräftig Perlen gefädelt. Die beiden haben einen überaus guten Eindruck bei meinen Kolleginnen hinterlassen. Meine Freundin Johanna war ganz angetan von Daniela: „Tu hermana es muy bonita!“ Sie findet meine Schwester unglaublich hübsch, vor allem die schlanke Nase, die langen glatten blonden Haare und die helle Haut gefallen den Ticas und Ticos…

Abends war Daniela wie im Fieber und hat einen Schlüsselanhänger nach dem anderen produziert.

Nach der ganzen Perlenfädelei bekamen wir im „Latino Rock Café“ noch eine Bauchtanzshow zu sehen. Wir trafen uns dort mit Cindy, einer Arbeitskollegin die selbst Bauch tanzt, und deren Mann Luis. Dominik hat an diesem Abend ein neues Getränk in Costa Rica eingeführt: Wodka Red Bull für stolze 4000 colones das Glas. Nur zum Vergleich: unsere Cocktails haben jeweils 1300 oder 1500 colones gekostet :o)

Es war ein feuchtfröhlicher Abend bis halb 1 Uhr nachts, der uns das frühe Aufstehen am nächsten Morgen sehr erschwerte…

Eine Tour zum Vulkan Irazú mit meiner Chefin Patricia stand auf dem Programm.

Die Busfahrt zu unserem Treffpunkt „Fresh Market“ in Tres Ríos (mal wieder) stellte sich als winziges Abenteuer dar, da wir zum wiederholten Mal eine falsche Auskunft erhielten. Aber nachdem wir mittlerweile unsere Ticos kennen, haben wir die uns dubios erschienene Auskunft ignoriert und sind nicht ausgestiegen – was sich im Nachhinein als genau das Richtige herausstellte. Hätten wir der Information folge geleistet, wären mitten an einer vielbefahrenen Straße ausgestiegen und hätten noch ungefähr 2 km zu Fuß gehen müssen.

Um 9 Uhr sollten wir uns mit Patricia treffen, was nach Tico-Pünktlichkeit halb 10 Uhr bedeutet. Also, pünktlich um 9.30 Uhr ging´s dann zum Vulkan.

Zunächst schien der Wettergott nicht auf unserer Seite zu sein, aber am Vulkan angekommen klärten sich die Wolken auf und es bot sich uns eine beeindruckende Sicht auf die Krater, mitten in einer schwarzen Mondlandschaft!

Auf dem Weg zurück zum Auto begnete uns ein furchtloses und auch ignorant wirkendes, Waschbär-ähnliches Tier, das bei seiner Nahrungssuche in den Mülleimern verschwand.

Nach dem Besuch auf dem Vulkan gab´s ein leckeres Mittagessen bei Patricia: Pasta arrabiata und als Nachspeise Kuchen mit Eis.

Ich habe meine Schwester während der ganzen Zeit nicht mit so viel Appetit essen sehen!

Dominik führte mal wieder was Neues ein: „Wau Wau“ als internationale Bezeichnung für Hund und sorgte damit für die Belustigung der ganzen Runde.

Die Verständigung klappte, alle fühlten sich wohl und zufrieden!

Um halb 3 verließen wir Patricia und machten noch eine letzte Shoppingtour, diesmal im Multiplaza del Este.

Abends führten wir Nella und Nicki noch in unser Lieblingslokal in San Pedro, in das „Jazz Café“. Dort bekamen wir eine Ska-Band der etwas anderen Art zu sehen: ein Bassist mit Kautic, ein Sänger, der sein Bier verschüttet und seine Kippen in die Kabel der Verstärker schmeißt.

Am Donnerstag war es dann Zeit sich zu verabschieden. Die Tage vergingen natürlich viel zu schnell… aber schon in 14 Wochen sehen wir unsere Lieben wieder!

Wir begleiten mit CoBaDoDa-Bärle Nella und Nicki zum Flughafen, um „da luego“ zu sagen und zu helfen, falls es Verständigungsprobleme geben sollte. Ersteres mussten wir schneller in die Tat umsetzen als uns lieb war, denn ein Kontrolleur am Eingang zum Flughafen hatte die Order, nur Flugpassagiere durchzulassen. Also mussten wir uns schnell verabschieden und Daniela und Dominik dem Flughafenpersonal überlassen. Aber wie sich später herausstellte, lief alles reibungslos.

SCHÖN WAR´S MIT EUCH!!! Und es ist wirklich ein komisches Gefühl, wieder ohne die Familie zu sein. Unglaublich, wie schnell man sich wieder dran gewöhnt, mit lieben Menschen zusammen zu leben…

Zwei haben wir weggebracht und eine mitgenommen…

An der Bushaltestelle nach San José trafen wir eine Gringa ohne Plan und Spanischkenntnisse, die sich 3 Tage vor Abflug ein One-Way-Ticket für das spontan entschiedene Reiseziel Costa Rica gekauft hatte. Sie wollte Mittelamerika bereisen. Zunächst Costa Rica und dann mal schaun… Ihr Plan: eigentlich nur, mal schaun. Also hat sie sich gedacht, sie macht einen kleinen Stadtspaziergang mit ihrem großen Trekkingrucksack durch San José, kauft erstmal a bissal was ein und sucht sich dann eine Unterkunft. die Gute hat aber nicht bedacht, dass es bereits um 18 Uhr dunkel wird und sie wusste auch nicht, dass es keine so gute Idee ist, mit dem ganzen Gepäck durch die Hauptstadt zu laufen. Sie wusste auch nicht, wo sie die erste Zeit schlafen soll. Bei Basti und mir klingelten die Alarmglocken und weil wir so herzensgute Menschen sind, haben wir sie für die erste Nacht - und ich betone, nur für die erste Nacht - zu uns in die Wohnung eingeladen. Sie wollte eigentlich auch am nächsten Tag wieder gehen, aber dann sind aus einer gleich 3 Nächte geworden. Außerdem haben wir am Tag nach der ersten Nacht gleich mal die Botschaft der USA angerufen, weil unsere Gringa gleich mal für 10 Stunden in San José unterwegs war, nach Einbruch der Dunkelheit, sich nicht gemeldet hat und morgens noch gemeint hat, sie wolle nur kurz ein paar Besorgungen machen und sie wäre nach spätestens 4 Stunden wieder da. Wir dachten ihr sei was passiert. Die Ami-Botschaft hat das alles gar nicht interessiert. Die meinten nur, dass wir nach 24 Stunden die Polizei rufen sollten. Daraufhin haben wir klargestellt, dass das die Sache der Botschaft sei und nicht unsere Angelegenheit!!! Danach verhaften die uns noch! Aber na ja, circa 1 Stunde nach unserem Telefonat mit der Botschaft trudelte die Dame dann letztendlich ein und meinte, sie habe gar nicht daran gedacht dass wir uns Sorgen machen könnten. Nein, natürlich haben wir ihr am Vorabend nicht erklärt, dass es alleine gefährlich ist im Dunkeln durch die Stadt zu latschen… natürlich nicht!!! Vor der 3. Nacht habe ich ihr höflich aber bestimmt erklärt, dass sie gehen soll, da wir bereits Pläne haben und wir nicht möchten, dass sie alleine in der Wohnung bleibt. Wer die Geschichte mit unserer ehemaligen Mitbewohnerin Diana alias Traudl oder andersrum kennt, der weiß, dass Basti und ich im Rausschmeißen ziemlich gut sind.
Aber na ja, jetzt ist sie ja weg. Viel Glück, Ashley!

Der Urlaub mit den Beiden Besucher ist leider ziehmlich schnell rumgegangen und wir befinden uns wieder in San Pedro, was nicht bedeutet, dass es jetzt langweilig wird. Corinna muss leider wieder in die Arbeit und kann Daniela, Dominik und mich nicht bei unseren ausgiebigen Shoppingtouren begleiten.

 

Am Montag, später als ausgemacht geht es los – wohin, na klar – Richtung Tres Rios um ein weiteres Mal den Shoppingtempel Terra Mall zu besuchen. Dominik befindet sich in höchster Shoppinglaune und kommt in einem Adidasladen ohne deutsches Nationalmannschaftstrikot auch an die begehrten Paar Schuhe. Er ist völlig begeistert von den niedrigen Preisen, sodass fast ein weites Paar Treter mit in den Koffer geschlüpft wären. Nella findet leider nichts!

 

Wir kaufen beim Automercado noch einige Dinge fürs Abendessen, welches wir dann wieder in netter Gesellschaft von Corinna zu Hause zubereiten. Heute zwei Varianten: Krabbenudeln für Dominik von Dominik und mich, grätzte Nudeln für Daniela von Daniela und Corinna. Komischerweise ergibt sich während dem Kochen eine unglaubliche Rivalität um das köstlichere Mal zwischen den zwei Kochprobanden. Gott sei Dank schmecken beide Gerichte und wir können mit gefüllten Bäuchen wieder der bayerischen Alltagsbeschätigung nachgehen – g´watt werd!

 

Auch der folgende Tag wird von Shoppingaktivitäten überschattet. Mercado Artesania und viele weitere Souvenierläden beherbergen einen ungemein großen Schatz an Mitbringseln aus Holz, Steinen, Ton und anderen Naturprodukten – z.B. Tabkblättern. Nella und Nikki machen einige Tüten voll, sodass es scheint, als solle die erste gemeinsame Wohnung im zentralamerikanischen Stil erblühn.

 

Vollgepackt mit allerlei Krimskrams, darunter auch wirklich schöne Stücke, machen wir drei uns auf den Weg zu Corinnas Arbeit. Wie üblich freundlicher Empfang und wir helfen mit, einige Armbänder und Ketten anzufertigen. Wir warten, bis Corinna nach Hause darf und machen uns Anschließend gemeinsam auf den Weg dorthin. Kurz noch einen Abstecher ins Restaurant Shakti, eine gemütliche Gaststätte spezialisiert auf Ayuvedaprodukte. Prinzipiell ganz lecker, aber den verdammten culandro kann ich nicht mehr sehen, schmecken oder riechen.

 

Am Abend treffen wir uns mit Cindy an ihrem Mann Luis, zwei sehr angenehme Zeitgenossen, im Latino-Rock-Café. Cindy ist eine begeisterte Bauchtänzerin und will und nur allzugerne zeigen, wie talentiert die Lehrlinge in ihrem Land so sind. Zu leicht technisierter orientalischer Musik stellen einige Mädchen aus Costa Rica und eine aus Panama ihre neu erworbenen Bauchtanzfähigkeiten zur Schau. Der Großteil am Tisch hält sich mit dem Alkoholkonsum einigermaßen zurück, bloß Dominik kann es nicht lassen, den Ticos ein urdeutsches Getränk abzuverlangen. Es gibt mehrere Redbull im Glas, plus je zwei Stamperl Vodka – eins darin und eins daneben. Die Rechnung zeigt dem Lieben, wie teuer das Leben auch in Costa Rica sein kann.

 

Leider haben wir es nicht vor eins nach Hause geschafft, obwohl uns am kommenden Tag eine Tour mit Corinnas Chefin zum Volcan Irazu führt. Schon um sieben stehen wir auf, um rechtzeitig am vereinbarten Treffpunkt zu sein. Es ist der Fresh Market in einem Ort, der uns wie ein Fluch verfolgt. Anscheinend birgt der Westen San Josés nichts als Tres Rios.

 

Wir, vor allem Dominik, sind relativ geschlaucht und können es nur begrüßen, dass Patricia sich die übliche halbe hora tica nicht nehmen lässt. Wir haben Zeit, uns einige Erfrischungen zu besorgen, damit die Fahrt im Auto zum Gipfel des Vulkans nicht zu anstrengend wird. Ja richtig gehört, zum Gipfel des aktiven Vulkans führt eine Straße. Der letzte Ausbruch liegt jedoch schon einige zeit zurück und alles was an Eruptionsmaterial geliefert wird ist Asche.

Am Gipfel nikki_nella-3892.jpg angekommen bietet sich uns ein wunderschöner Blick auf einen kuriose Mondlandschaft, denn wir haben abermals bei einem Vulkanbesuch Glück, dass sich das dichte Wolkenfeld für einige Minuten verzieht.

 

Zu Mittag sind wir vier bei Patricia eingeladen und essen zusammen mit ihr, ihrem Mann und der von der Familie aufgenommenen Mariana (ein achzehnjähriges Mädchen ehemals im Programm der Construyenda Esperanza). Arrabiata gibt’s und das ist sogar was für die Daniela. Allen schmeckts und auch sonst fühlen wir uns wohl dort. Erstaunlicher Weise klappt sogar die Kommunitaktion ganz gut. Kleines Beispiel gefällig: Wauwau – völlig unmisverständlich kommt dieses Wort für Hund aus Dominiks Rachen und trägt zur Belustigung vor allem auf Seiten der Ticas (Javier ist ja schon weg) bei.

 

Patricia fährt uns noch in zwei Outlet-Läden. Nix gscheids gibt’s ned, aber eine nette Geste. Wir werden von ihr anschließend zu weiteren Shoppingaktivitäten im Multiplaza del Este abgesetzt, endlich findet auch Daniela beim Tico-Zara eine Kleinigkeit und Dominik bekommt sogar seine langersehnten Donuts.

 

Am Abend des letzten Tags der beiden hier in Costa Rica führen wir sie in unser Stammlokal das Jazz Café aus. Ein letztes Mal in Form von Riesenburgern, einige Biere und eine Ska-Band der etwas anderen Art. Mir fehlt ein bisschen der Funk im Ska, außerdem sind mir die Texte in bisschen zu hiphopig, der Bassist hat einen Kautick und der Sänger verschüttet sein Bier auf der Bühne und schmeißt seine Kippen in die Verstärkerkabel. Ganz schön viel Rock&Roll für ganz schön wenig Glanz im Sound.

 

Die Tage gingen ganz schön schnell vorbei und so müssen wir uns am Donnertag auch schon wieder verabschieden. Corinna und ich machen uns mit auf den Weg zum Flughafen, da wir den Beiden bei eventuellen Verständigungsproblemen am Check-In zu Seite stehen wollen. Leider ist der Abschied schneller als gewollt vorbei. Schon am Eingang zum Flughafen verwehrt uns ein Security den Zugang zum Hauptgebäude: nur mit Pass und Tickets!

 

Sie sind also auf sich allein gestellt aber auch schon groß und deshalb klappt alles ohne Probleme!

 

ES WAR SCHÖN MIT EUCH – DANKE FÜR DEN BESUCH UND WIR FREUEN UNS AUF DAS WIEDERSEHEN ZU HAUSE!

 

Weg sinse, aber es bleibt spannend.

Wer fährt so spät durch Nacht und Dschungel?
Es ist ein Geländewagen mit mächt´gem Gebrummel.
Er hat die Bayern in seinem Gepäck,
Er bringt sie sicher durch all den Dreck.

Meine Gefährten, was bergt ihr so bang euer Gesicht?-
Siehst Corinna, du die Schlaglöcher nicht!

Die Schlaglöcher mit Wasser und Steinen?-
Meine Gefährten, ihr müsst nicht weinen.-

„Liebe Bayern, glaubt es mir!
Gar schöne Sachen gibt es hier,
Manch langsame Tiere sind an dem Strand,
Faultier und Krebs geben sich dort die Hand.“

Oh Leute, oh Leute, höret ihr nicht,
was der Lonely Planet uns leise verspricht?-
Tranquilos, tranquilos, vamos a ver,
rausfinden ob´s stimmt ist gar nicht so schwer.-

„Wollt liebe Bayern ihr all das seh´n?
Müsst´s aufmerksam durch Cahuita geh´n.
Fleiß´ge Kolonien arbeiten fein,
ziehen Blätter in ihr Häusle hinein.“

Corinna, Corinna, siehst du nicht dort,
enge Brücken führen hin zu dem Ort!-
Meine Gefährten sorget euch nicht,
es reicht aus,das düstere Licht.-

„Nimm die Linke und fahr dort hinein,
dort sollte bald die Unterkunft sein.“
Bieg ab, bieg ab, wir sind schon da!
Wir wollen ins Bett, das ist doch klar.-

Nella und Nicki sehn´s dreckige Bad,
Basti und ich findén´s moderat.
Wir suchen zu essen und finden dann was,
ein Rasta-Mann mit Deutsch macht Spaß!

(vielen Dank, Herr Goethe, für die Inspiration!)

So, ihr Lieben, das war´s mit Kultur! Pizza und Bier hat´s gegeben im Restaurant „Pizza Love“ - und natürlich wurde gscheid g´watt. Der vorher angesprochene Rasta-Man beglückte uns mit seinen mehr schlechten als rechten Deutschkenntnissen. Hier scheint alles möglich und auch ein wenig verrückt zu sein… aber liebenswert von Natur aus!
Tags darauf schlafen wir erstmal aus – soweit es Basti´s Rücken erlaubt. Anschließend frühstücken wir im „100% Natural Café“, wo das Schild am Eingang größer ist als das ganze Lokal. Nach dem Frühstück macht mein Kreislauf schlapp und ich muss mich erstmal hinlegen – auf 4 Eisenstühle. Mir wird zur Besserung Milch mit Schnaps angeboten. Das soll laut dem Kellner helfen… Ich entscheide mich nach kurzem Überlegen dann doch für Coca Cola. Zucker und Kohlensäure machen mich wieder fit und fähig, anschließend durch den Nationalpark von Cahuita zu spazieren. nikki_nella-3773.jpg Der Eintritt in den Park ist freiwillig – man muss nicht bezahlen, kann aber. Und dann wird auch gleich der zunächst etwas grantige Mann am Eingang freundlicher. Also spendieren wir 10000 colones und marschieren los. Vorbei an Eidechsen, fleißigen Ameisen, Affen die uns verfolgen weil sie unsere Kekse wollen, vielen bunten Krebsen und anderem Getier sind wir eigentlich auf der Suche nach Faultieren. Im Wald gab´s kein einziges – zumindest nicht sichtbar für uns.
Nach einem 2 ½-stündigen Marsch beschließen wir, uns am Strand entlang auf den Rückweg zu machen. Dort bot sich uns nach einem erfrischenden Bad in der karibischen See Dank einer Gruppe Amerikaner doch noch der ersehnte Anblick: ein Faultier ca. 2 m über uns in einem Baum schlägt sich gerade den Bauch voll! Die Bewegungen sind unglaublich langsam, wirken aber trotzdem so ungeschickt, dass ich befürchte oder auch hoffe, dass es runterfällt – damit ich es gscheid knuddeln kann! Auch wenn man immer das Gegenteil denkt, aber manchmal sind die Gringos doch zu was gut und wenn´s nur zum „Faultiersuchen“ reicht… nikki_nella-3841.jpg
Selig und zufrieden stapfen wir zur Unterkunft und danach zum Essen im Restaurant „El Palenque Luisa“, wo sich Dominik und Basti gemeinsam eine riesige Portion von allem bestellen.
Am Freitag gab´s beim „Café Parquesito“ noch ein leckeres riesiges Frühstück bestehend aus 2 enormen Crepes und für Basti und Dominik noch ein Sandwich dazu. Qué rico!
Gestärkt und einigermaßen ausgeschlafen – soweit es ein Loch in der Decke und der durchsickernde Regen zuließen – ging´s endlich weiter nach Puerto Viejo.
Die Unterkunft schien genau den Vorstellungen von Daniela und Dominik zu entsprechen. Gott oder Ähnlichem sei´s gedankt!
Es wird ein gemütlicher Tag am Pool im Cariblue – natürlich werd auch wieder g´watt. Und meine Schwester wird von einem kleinen Mädchen als „la luz“ (das Licht) bezeichnet. Sie erschien dem Mädchen vermutlich aufgrund ihrer Hautfarbe als Lichtgestalt. Liebe Nella, du kannst das durchaus als Kompliment sehen!
Und CoBaDoDa – der neue Name unseres Bären – bekommt einen Sonnenschirm, damit die zarte Bärenhaut am folgenden Strandtag nicht verbrennt.
Abends wollten wir eigentlich ins „Jungle Love“. Diejenigen, die anfangs schon aufmerksam mitgelesen haben, wissen, dass dies einer der Lieblingsorte von Basti und mir in der Karibik ist. Leider geschlossen. Also heißt es für uns ein anderes Lokal suchen… und wir finden „La Pecora Negra“, was soviel heißt wie schwarze Ziege aber nicht auf Spanisch sondern auf anders. Dort schlägt uns wieder die gewohnte und geliebte Tico-Freundlichkeit „con mucho gusto“ entgegen und wir fühlen uns sauwohl!
Am nächsten Tag ging´s nach einem viel zu weichen eigentlich noch flüssigem Ei auf zum Strand. Wir sammeln Muscheln und was Daniela anbelangt einen seltsam verteilten Sonnenbrand. Dominik ertrinkt beinahe, da er unsere Warnungen zwar zur Kenntnis aber nicht ernst genug nimmt. Ein Rettungsschwimmer holt ihn professionell aus dem Wasser – leider nicht á la Baywatch mit großen Brüsten dafür aber mit roter Rettungsboje. Von diesem Zeitpunkt an hielt er sich in seichterem Gewässer auf.
Daniela und ich tragen einen tagelangen Kampf mit einer Muschel aus – nachdem das letzte ultimative Mittel namens Haarspray angewendet wurde, gehen wir in die Stadt, suchen Souvenirs und genehmigen uns bei einem gscheidn Watt ein paar Cocktails in einer Reggaebar. Karibikfeeling pur an einem perfekten Wochenende!
Am letzten Tag unserer Reise zu viert legen wir uns nach dem Frühstück nochmal an den Pool, sehen einem selbstverliebten Amerikaner ein letztes Mal dabei zu, wie er im Sekundentakt seine Muskeln betrachtet, Basti und Dominik toben sich nochmal im Wasser aus und natürlich darf auch ein letzter Watt in der Karibik nicht fehlen. Denn ohne Bummal fahren wir nicht heim!
Nach dem Check-Out versorgen wir uns mit ungesundem Proviant (Snickers, Nusserl und Cola) und machen uns auf den Heimweg. Wir kommen eigentlich recht zügig auf der gut ausgebauten Straße voran bis uns bei Siquirres (etwas mehr als die halbe Wegstrecke) der Reifen platzt.
Also anhalten und Reifen wechseln. Ein überaus freundlicher und hilfsbereiter Tico mittleren Alters hält mit seinem grindigen Pick-Up und holt einen überirdisch gut funktionierenden Wagenheber heraus. Mittels dessen ist das Auto in Sekundenschnelle aufgebockt und der Ersatzreifen kann montiert werden. Das kleine Trinkgeld, das wir ihm anbieten, schlägt er aus und wünscht uns nur noch kurz eine gute Weiterreise bevor er mit seinem Pick-Up davonscheppert. Die guten Wünsche schienen zu helfen, denn wir schafften es ohne weitere Probleme bis nach San José. Ach ja, Wagenheber heißt hier übrigens „gato“. Miau!
Endlich zurück in der Wohnung gab´s dann abends ein von uns selbstgekochtes Mahl mit Salsa Lizano von dem auch einen Großfamilie satt geworden wäre.
Basti und Dominik reparieren noch den tropfenden Spülkasten im Klo und danach schlafen alle glücklich und zufrieden ein. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schlafen sie noch heute!

Und wie immer sollt ihr Lieben daheim auch was davon haben, wenn ihr unsere Geschichten lest.

Es folgt: DAS GEWINNSPIEL!

Welches Gedich bot uns die Vorlage für unsere Karibikreiseballade?

Der Preis: Ein von uns geschmücktes Adidasposter - Achtung - Seltenheitswert!!!

Es ist also endlich so weit – es ist Sonntag. Zehn Kreuzchen auf kleinen Papierfetzen, hängend an unserer Küchenwand, sind gemacht. Das bedeutet für Corinna und mich, dass einige Vorbereitungen getroffen werden müssen, um es unseren Gästen so angenehm – also europäisch – wie möglich zu machen. Wie erledigt das ein Bayer? ER KAUFT WURSCHT!

 

Wir machen uns also ein weiteres mal auf zum feria agricultura, um Schinken und Chorizo zu besorgen. Richtiges Brot und Käse liegen bereits, genauso wie eine neu gekaufte Decke beim pequeno mundo, im Gefrierfach, Kühlschrank bzw. Gästebett bereit.

 

 

Schon relativ bald geht es los zum Flughafen, die Gäste sollen ja nicht warten. Ich hätte mir mehr Zeit gelassen aber Corinna hat recht. Der Flug kommt einige Minuten eher und wir brauchen länger als geplant, weil wir in der Stadt nicht den kürzesten, sondern schönsten Weg laufen und wir einem vermutlich Obdachlosen Blinden Sekundenkleber abkaufen, weil er uns wirklich leid tut. Er kann an Corinnas Hand erfühlen wie hübsch sie ist und lässt uns freudestrahlend ziehen. Es kann wirklich einfach sein einem Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Gut gemacht, Corinna!

 

Ein bisschen Zeit haben wir noch, also gibt’s was zu Trinken und viele Aufregungszigaretten, bis sie endlich durch das Glas, an dem unsere Nasen und Willkommensschilder kleben, gesichtet werden können. Juhu, sie sind da! Was werden wohl die ersten Eindrücke der Beiden sein. Wird es ihnen gefallen und inwieweit esntspricht unsere Tourplanung ihren Vorstellungen. All das schießt uns nur ganz kurz drch den Kopf, weil wir einfach froh sind, in bekannte Gesichter zu blicken und mit bekanntem Bayernton zu sprechen. Für mich ein bisschen schwieriger als für Corinna, schließlich sinds dann doch Niederbayern, die mit einigermaßen befremdlichen aber doch heimisch klingenden oralen Buchstabenkombinationen aufwarten.

 

Daniela und Dominik sind zwar ein bisschen müde, können sich aber doch noch auf den Beinen halten und sich in eine von den Nachbarn Lorenz und Katrin empfohlene Pizzaria namens PANE & VINO schleppen. Nicht schlecht der Tip, kann man weiterempfehlen. Nur ein Bier und ein Cola dauerts, bis wir uns auf den Nachhauseweg machen. Dominik und Daniela fallen geschafft von der anstrengenden Reise ins Bett und Corinna und ich planen die letzten Reisenotwendigkeiten – Auto, Unterkünfte, mögliche Ziele und Sehenswertes. Der Sonntag ist vorbei, die letzten organisatorischen Telefonate werden am Montag geführt und der Urlaub beginnt.

 

Natürlich haben wir frei. Meine Geschichte kennt ihr, Corinna hat Schwesterschaftsurlaub. Früh morgens stehen wir auf und bereiten ein über die Maßen leckeres Frühstück. Pannkuchen, Ei, Brot, Fleischerzeugnisse für die -zeit und verschimmelte Milch in schmackhafter Form zubereitet sind dabei. Marmelade darf auch nicht fehlen, auch N(ut)ella gibt es. Wir machen uns auf in die Stadt. Der Bus bringt uns dort hin und die Besucher lernen einige schöne Orte der Hauptstadt Costa Ricas kennen, schlendern durch die Uni (UCR), Parks und Geschäfte. Eine der Hauptattraktionen stellt das Café Correos dar. Strömender Regen lässt uns dort einkehren und Kaffeespezialitäten der Weltmeisterin und Kuchen genießen. Ich werde übrigens trotz Schrim gefragt, ob ich nicht noch einen zweiten Kaufen möchte. Jeder kann sich also vorstellen, wie das erst vor kurzem gekaufete Billigteil ausgesehen haben muss. Schon relativ früh gehen wir nach Hause um später am Abend richtig dicke Burger essen zu können. Dominik stellt erstmalig seinen schier unergründlichen Magen zur Schau und ich vergesse meine Tasche im Restaurant. Mama, sorry aber dein Übersetzer war auch drin.

 

Dienstag Morgens geht alles ein bisschen langsamer als geplant. Das Auto muss also bei www.wild-rider.com ein wenig auf uns warten. Ein Taxi bringt uns mit all unserem Gepäck dort hin. Die Leute in der von Deutschen geführten Autovermietung erweisen sich als saufreundlich, geben uns noch einige gute Tips und Kartenmaterial zur Hand und schon geht’s endlich los mit einem Gefährt, dass uns die bisher stets erhoffte Freiheit im Land der grünen Welle schenkt. Ich nenne CR einfach mal Land der grünen Welle, da sich die Fahrt im Daihatsu 4×4 durch hügeliggrüne Landstriche wie der Ritt auf einer Welle der Zufriedenheit darstellt. Außerdem ist es üblich, rote lichter der semaforos zu ignorieren.

 

ENDLICH EIN AUTO UND TUN UND LASSEN WAS MAN WILL!

 

Die erste Fahrt fürht uns raus aus der Stadt vorbei an kleinen Dörfern, mittleren Städten, faszinierender Natur und über viele engspurige Brücken, die den Blick auf bezaubernde Flüsse bieten. Die Straßen sind klein und unterschiedlich beschaffen. Es gibt die guten und die schlechten, aber leider auch die richtigen und die falschen. Wir verfahren uns einmal, was aber zu zwei lustigen Begebenheiten führt. Wir halten an einem kleinen privat geführten Supermarkt, um dort einigen Reiseproviant zu besorgen, da es scheint, als wäre Wurst auch für Bayern nicht all das was glücklich macht. Die Begebenheiten:

1. Dominik muss das Klo benutzen aber es gibt keins. Kurzum lädt die Kassendame den lieben Herrn zu sich nach Hause ein, wo er dann sein Geschäft verrichten darf.

2. Weiterhin bemerkt der Mann, er vermutet richtig, dass wir auf dem Weg nach la Fortuna (Volcan Arenal) sind, dass wir die falsche Straße benutzen. Einige wild durcheinander auf einem Papier verteilte Striche sollen uns den Weg leiten. Kombiniert mit einigen wenigen Ortsbeschreibungen finden wir tatsächlich den Pfad.

 

Wir kommen nach einigen Stopps an Naturschönheiten und einer kleinen Soda gut gelaunt in La Fortuna an. Wir machen die Feststellung, dass es in Costa Rica in den seltensten Fällen genügt nur eine Person nach dem Weg zu fragen. Zwei Männer schicken uns nach Corinnas Frage nach der Verortung des gebuchten Hotels in die völlig falsche Richtung. Nicht so schlimm, da wir den Volcan Arenal nikki_nella-3685.jpg auf diese Weise von allen Seiten betrachten können. Trotzdem fahren wir einige Kilometer falsch, bis wir uns entschließen, bei einem Souvenirshop abermals nach dem Weg zu fragen. Die Frau kennt sich aus und es dauert nicht lange bis wir in unserem Mittelklassehotel ankommen. Es ist sehr heiß, wir spannen aus, da wir uns auf wohlig warme Quellen vorbereiten wollen. Die Umgebung des Vulkans bietet zwei Anlaufstellen für Entspannungswütige. Ein hauptsächlich von Ticos besuchtes und weniger pompös ausgestattetes Thermalbad und das Gegenstück als Luxusversion ausgebaut. Natürlich bevorzugen wir die günstige Variante, der beiden direkt nebeneinander gelegenen Angebote, doch leider kommt alles anders als geplant. Seit 2006 befindet sich die günstigere Version in Umbauarbeiten und ist deshalb Abends nicht zugänglich. Es fehlt schlicht und ergreifend das Licht. Des Weiteren verschweigt der Lonley Planet von 2007, dass die Luxusversion anstatt den verprochenen 27 Dollar für den ganzen Tag 45 Dollar für die Abendstunden (von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr) kostet. Konkurrenz belebt das Geschäft heißt es so schön. Konkurrenz ist aber nicht vorhanden, das Geschäft lebt trotzdem ungemein gut und noch dazu werden monopolmäßige Renditen erwirtschaftet. Wir lassen uns nach längerem Überlegen trotzdem nicht abschrecken und nutzen die seltene Möglichkeit, in vulkanischem Quellwasser mit bis zu 42 Grad Celsius zu baden. Noch heute bin ich im Zwiespalt, ob es wert war, den schier aberwitzigen Preis für ein Thermalbad zu bezahlen, aber ich bin froh, es erlebt zu haben und dort gewesen zu sein. Ein Fluß verbindet verschiedene natürliche und angelegte Becken. Das Ganze ist – so wirkt es zumindest – eingebettet in Urwald und die Beleuchtung bei Nacht ist wunderbar. Wer Geld ausgeben will, sollte hier unbedingt mal hin. Wer das ganze günstiger haben möchte muss sich noch ein wenig gedulden, bis die alte „Billigvariante“ fertig renoviert ist.

 

Unglaublich erholt und entspannt verziehen wir uns nach einem weitern Burgermahl ins Bettchen und freuen uns auf den folgenden Tag. Dann geht’s auf in die Karibik.

 

Schon früh Morgens geht es los, Frühstück gibt’s aus dem Supermarkt, Kaffee aus dem Bäutel. Wir starten so früh, damit wir trotz eines Abstechers zum catarata de la Fortuna nikki_nella-3731.jpg nicht zu spät in Cahuita ankommen und nicht in der Nacht den Zustand der Straßen erraten müssen. Corinna sitzt am Steuer und es sind nur etwa 10 Kilometer zum Wasserfall, also ca. eine halbe Stunde. Die letzte Teilstrecke stellt sich als überaus unbrauchbar da. Eine reine Sandstraße hat ihren Reiz, das ist klar, wenn sie jedoch mit Stahlgittern unterlegt ist, das ab und an seine scharfen Enden zur schau stellt, ist höchste Vorsicht für die Reifen geboten.

 

Der Wasserfall kostet pro Nase 7 Dollar Eintritt – aber es lohnt sich. Nach einem etwa zwanzigminütigem Abstieg in ein grünes Tal, bietet sich uns ein unglaublicher Anblick. Von ca. 70 Metern Höhe fällt das Wasser vorbei an moosbegrüntem Stein in eine selbst ausgehölte Wanne. Es ist möglich, sich hier von einigermaßen anstrengenden Abstieg zu erfrischen. nikki_nella-3703.jpg Allerdings sollte man sich nicht unbedingt den Rücken von Wasser massieren lassen. Ein kleines Stückchen flußabwärts schlüßen wir in die Badesachen und machen es uns ein Stündchen gemütlich. Ein sehr schönes Erlebnis, aber es soll weitergehen, damit Daniela und Dominik schnellstmöglich ihr erstes Karibikerlebnis verbuchen können.

 

Wir freuen uns auf die Fahrt durch bis jetzt unbekanntes Terrain in Costa Rica. Wir fragen einen Stummen, nach dem Weg, fahren vorbei an einem bizzaren Maschienenfriedhof nikki_nella-3737.jpg genießen die freihe Fahrt und fühlen uns wohl.

 

In Deutschland wird der sooft beschieriebene Schilderwald in nur geringen Zeitabständen vom Volk und den Medien gerügt. Man stelle sich vor, wie schön wäre die Landschaft ohne Schilder, wie einfach wäre das Vorwärtskommen mit dem Auto, gäbe es nicht all diese lästigen Maßregelungen im Straßenverkehr. Hier in Costa Rica, wir kennen noch nicht das ganze Land, also im näheren Nordwesten San Josés, ist all dies kein Problem. Man hat auf der Karte eine Route ausgemacht und wähnt sich stets auf dem richtigen Pfad. Bloß ab und an kommt es vor, dass man in einer Stadt ankommt, die eigentlich nicht auf der Karte eingezeichnet ist. Oder doch, ist die nicht da irgendwo im Süden? Naja, es gibt ja jeden Ort mehrmals! Übrigens weiß man erst, in welcher Stadt oder in welchem Ort man sich befindet, wenn man zufällig an einem Spuermarkt vorbeifähts, der den Namen seiner Herberge trägt. Auf jeden Fall hilft die beste Straßenkarte nichts, wenn es keine Schilder gibt und weit mehr Abzweigungen wie eingezeichnet. In einer er genannten Städte gibt es dann nur Einbahnstraßen. Wie auch immer, wir haben uns vorgenommen, immer mindestens zweimal zu nach dem Weg zu fragen, tun dies und kommen damit immer wieder auf die Straße, die in die Karibik führt.

 

Die Straßen führen abermals durch hügelige bis bergige grüne Landschaft, immer wieder bieten sich gemütliche Sodas an. Eine davon besuchen wir und ich für meinen Teil esse mein bis dahin bestes Casado. Darüber hinaus kommen uns beim Nachmittagsessen noch drei Tukane nikki_nella-3744.jpg besuchen. Die esten dieser Art für uns in freier Wildbahn.

Damit ihr einen kurzen Eindruck von der Soda gewinnen könnt:

  • Sie liegt fast am Gipfel eines kleinen Berges

  • Mit uns essen zwei weitere Touristen und ein Trucker

  • Der Kellner schläft, bis er von den Gästen aufgeweckt wird

  • Die Chefköchin versteht kein spanisch, sieht aber sehr nach Tica aus

  • Daniela will eine Banane, ich bestelle beim zahlen eine und will sie zahlen. Der gerade geweckte Kellner (maximal 18) lacht mich aus, winkt ab sagt: „nimm da halt eine“ und legt sich neben seinem Taschenrechner wieder zum schlafen

 

Ohne weitere Probleme schaffen wir es bis nach Limon, eine Stadt, die wir relativ schnell passieren wollen. Die Hauptstadt der Karibik und des Handels. Wir waren nie dort, aber uns wurde auch immer abegeraten, die Stadt zu besuchen. Hafenstadt, hohe Kriminalität, es wird dunkel, ziehmlich dreckig und noch nichts von Reggae-Flair zu spüren.

 

Corinna sitzt noch immer am Steuer, sie will es auch nicht verlassen und es beginnt eine mehr oder weniger abenteuerliche Fahrt entlang der Karibikküste bis zum Ersten Ziel: Cahuita.

 

Ach ja, wie war das noch gleich?


GEWINNSPIEL!!!


Wie kann es ein Bayer schaffen, es Besuchern so angenehm wie möglich zu machen?

Es hängen nach wie vor zwei Contdowns an der Wand. Einer in der Küche, er zählt die Tage bis unser erster Besuch aus der Heimat kommt. Ein weiterer hängt im Schlafzimmer, es sind nur noch fünf Arbeitstage für mich im Ministerium.

Ein Großteil der Woche verläuft relativ unspektakulär. Corinna und ich gehen täglich in die Arbeit. Ich versuche, mit den mir zur Verfügung stehenden Daten, so gut wie möglich das GIS fertig zu stellen, das anschließend, sollte wirkliches Interesse im Ministerium bestehen, erweitert werden kann. Eine Kurzanleitung gibt’s von mir natürlich frei Haus.

 

Spannen war für mich noch ein „Ausflug“ in einen Slum - hier auf spanisch ein „precario“, was soviel wie kritisch bedeutet. Ich werde von einer Arbeitkollegin und einer Ortskundigen begleitet. Ein winziger Weg führt hindurch durch zwei Häuser einer eher schlechten Wohnsiedlung. Dahinter befindet sich ein Costa Rica, von dem man nichts hört, normalerweise nichts sieht und nicht nichts liest. An steilen Hängen sind mit Stein verstärkte Blech- und Holzhütten so gebaut, dass die „baumassig“ miserablen Gebäude die Form des Hanges in sich aufnehmen. Das bedeutet in der Praxis Schlaf im Stehen. Zwischen den eng an eng gestaffelten Hütten fließen die Abwässer bis ins Tal, wo sie sich zu einem kleinen Bach sammeln, der duch wenige Holzbretter als Behelfsbrücke passierbar gemacht wird. Die Wohnverhältnisse sind beengt. Teils mehr als fünf Menschen teilen sich Räume unter 20 Quadratmeter.

Auf der anderen Seite sind die Menschen dort freundlich, wirken weniger unglücklich als manch ein Mitteleuropäer in gesicherten Mittelstandverhältnissen. Die Leute grüßen und sprechen mit uns. Nicht mit mir! Mir wurde eine Kappe zur Tarnung und absolutes Sprechverbot zugeteilt, damit ich nicht fälschlicherweise als Gringo (US-Amerikaner, eine weniger beliebte Spezies in CR) eingestuft werde.

Insgesamt eine sehr bedrückende „Wanderung“!

Ansonsten gibt es für mich abermals einen Termin in der Clinica Pavas. Ich stelle dort meine Arbeit vor. Es wirk, als steigere sich das Interesse, nachdem ich mittgeteil habe, nicht weiter fürs Ministerium zu arbeiten. Aber ich habs zu oft im Guten versucht, Interesse zu wecken und meine Vorstellungen von Zusammenarbeit und einem Praktikum zu erläutern, als das ich jetzt noch mal umgestimmt werden könnte dort weiterzuarbeiten. Also es ist Freitag, mein letzter Arbeitstag - auf Wiedersehen.

Mein Countdown ist als also zusammengeschrumpft auf Null, Nella und Nikki müssen auch nur noch einmal Abgehakt werden.

Jetzt wird gefeiert! Am Samstag auf der Geburtstagsfeier des Fastehemannes von Corinnas Arbeitsfreundin. Er heißt Didier, also der Tico-Dieter. Klein, sehr netter Mensch, lustig und er spielt Fußball. Da will ich auch mitmachen ;-) !

Neben Didiers und Johannas Familie sind nur Lorenz, Katrin, Corinna und ich eingeladen. Eigentlich sollte das Spektakel schon Mittag beginnen, jedoch hindern uns starker Regen und überflutete Straßen daran, trocken zu Fuß zur Bushaltestelle zu gelangen. Auf halbem Weg sind wir von oben bis unter durchnässt. Corinna die Pünktlichkeit in Person will natürlich den Bus nehmen, doch schließlich sind doch alle darüber froh, dass ich mich durchsetzen kann. Wir gehen zurück zur Wohnung, ziehen uns trockene Sachen an und versuchen ein Taxi zu rufen. Bei starkem Regen gar nicht so einfach. Nach einigem hin und her ist klr, wir müssen wieder raus und schaun, dass ein rotes Fahrzeug mit gelbem Lichtlein hergeht. Gut gelaunt machen wir uns über Umwege (da auch der Taxifahrer den Wg nicht kennt, vielleicht auch ein bisschen extra dinero verdienen will) auf den Weg nach Concepción de Tres Rios. Wir kommen trocken an und werden von allen herzlich begrüßt. Es gibt arroz con pollo mit Chips. Später die Geburtstagstorte - wie üblich in CR mit Eis - und natürlich auch ein Ständchen von uns vieren auf deutsch.

Alles in Allem wird der Nachmittag und Abend sehr lustig bis trinkfreudig. Vor allem Lorenz hat in ein oder zwei Gläser tiefer geschaut, als der Rest. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Es gibt für uns vieles über CR und für den Rest des Haufens einiges über Deutschland zu erfahren. Bei gedigener Bierlaune wird von Corinna und Johanna zu später Tico-Stunde ein Joint-Venture eingegangen. Möglicherweise, sollten alle Hürden genommen werden können, wird bald costaricanischer Samenschmuck in Deutschland zu haben sein. Man wird sehen wie sich die Dinge drehen.

Insgesamt ein super Tag mit vielen neuen und positiven Bekanntschaften.

Neue Einladungen haben wir von Johannas Schwester und der Mutter der beiden erhalten.

Tja, wo werden die beiden wohl wohnen?

An dieser Stelle gibt es noch kein Gewinnspiel, sonst wird’s der Ilona wieder zu einfach ;-) !

4.05.2008

Pura Vida

So, hier samma wieder mit einem neuen Bericht.

Wer immer fleißig mitgelesen hat, weiß, dass das vergangene Wochenende zwar schön aber Basti´s Kopf voll mit schweren Gedanken war. Anfang dieser Woche setzte er dem ganzen ein Ende. Am Sonntag sortierten wir gemeinsam seine Gedanken und schrieben diese auf virtuellem Papier nieder. Mit einem flauen Gefühl im Magen startete er am Montag los in die Arbeit und redete mit seinen Kollegen und seinem Chef – dem Brombeerschorsch. Zunächst versuchte er auf diplomatische Art und Weise ihnen zu erklären, dass zwischen seinen Erwartungen, den Anforderungen der Uni Regensburg und dem derzeitigen Praktikum eine gewisse Kluft bestehe. Abends erzählte er mir vom Verlauf des Gespräches. Seinem Chef war scheinbar nicht so ganz klar, was ein Praktikum beinhalten sollte… Für mich hörte es sich auch so an, als wäre er froh darüber, dass Basti mit ihm offen und ehrlich gesprochen hatte und für klare Verhältnisse sorgen wollte. Der Jefe bemühte sich auch um neue Aufgaben für Basti…

 

Jedoch stellte sich schon am nächsten Tag der alte Trott und auch Basti´s Unzufriedenheit wieder ein. Die neuen Aufgaben wirkten eher wie Beschäftigungsmaßnahmen für den perfektionistischen deutschen Praktikanten, beinhalteten jedoch weder inhaltlich noch methodisch keinen Sinn.

 

Also beschlossen wir am Mittwoch bzw. am Donnerstag endgültig, dass es wohl die beste Lösung sei, wenn Basti seine 6 Pflichtwochen mit kommender Woche abschließt und sich danach auf andere Dinge konzentriert. Das hieß erneut Gedanken sammeln, sich überlegen, wie man es auf Spanisch sagt und am Freitag wieder mit flauem Gefühl im Magen in die Arbeit. So, wie sagt man motivationslosen Ticos und Ticas im Ministerium, dass man eigentlich alles was sie so machen, für einen riesengroßen Schmarrn hält? Ich habe keine Ahnung! Basti les dijo, erst den Kollegen und dann dem Chef, dass er nun eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Diese lautete: nur noch eine Woche fest im Ministerium und dann nur noch so zu sagen Beratungsfunktion mit eventueller Rufbereitschaft falls es Fragen und Probleme bezüglich GIS geben sollte.

 

Reaktionen: von egal bis plötzliches Interesse an Basti´s bisheriger Arbeit! Die Vogelfreundin meinte nur, dass es schade sei, da sie sich dann nicht mehr sehen würden… Dem Brombeerschorsch scheint es relativ egal zu sein, wo Basti arbeitet, Hauptsache er hat sein GIS… Die redefreudige Silvia verursachte mit hablar en chorros ein schlechtes Gewissen bei Basti und versuchte ihn durch teils unverständliche Redeschwälle vom Gegenteil zu überzeugen… Aber mein Herzblatt blieb standhaft und hielt an seiner Entscheidung fest: nächste Woche ist die letzte Woche im Ministerium!

Mit Erleichterung und bedeutend besserer Stimmung – Basti kann wieder lachen – konnte das Wochenede beginnen!

Ich fertigte erstmal einen Countdown für die verbleibenden Tage bei der Regierung an…wohnung-3617.jpg

 

Kurzer Rückblick auf freizeitmäßige Aktivitäten unter der Woche:

Am Montag trafen wir uns am Mall San Pedro und ich führte nun meinerseits Basti in die kleine Welt der niedrigen Preise ein. Wir machten einen kurzen Ausflung ins „Pequeño Mundo“. Mein sich für alles Runde und Rollende begeisternder Mann bekam endlich einen Fußball… den er mir abends gleich mal gscheid ins Gesicht schoß! Wir deckten uns auch mit einem Kilo Schoko-Rice-Crispies ein, besorgten ein weiteres Kissen und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Hoch lebe der Erfinder des Ein-Euro-Ladens oder Ähnlichem!

 

Danach machten wir uns auf die Suche nach einem deutschen Restaurant. Die Suche war zwar erfolgreich, der Laden aber wenig einladend. Also zogen wir es vor italienisch zu essen. Wir entdeckten ein gemütliches Restaurant direkt an den Eisenbahnschienen der einzigen Zugstrecke in ganz Costa Rica – la linea del tren. Die Inneneinrichtung bestand aus antik wirkenden Möbeln aus dunklem Holz, roten Wänden teilweise auch aus Backstein, vielen Bildern und gemütlichem Licht. Das Essen war sehr lecker, aber für costaricanische Verhältnisse auch leider ein wenig teurer. Aber, drauf g´schissen!

 

Ach ja, für alle Liebhaber der Cucarachas: auf dem Weg zum Restaurant gibt’s einen Gullideckel der sich sehr gut für die Tierbeobachtung eignet… Nur als kleiner Tip am Rande.

 

Am Mittwoch Abend statteten wir dann unseren deutschen Nachbarn einen kleinen Besuch ab – natürlich mit Gastgeschenk… holländischem schnapsähnlichem Getränk. Hier sei ein kleines Dankeschön an unseren orangefarbenen Freund gerichtet – muchas gracias, Niek, nos gustó muchissimo!

 

Der folgende Tag – übrigens ist auch hier der erste Mai Tag der Arbeiter und somit Feiertag – bestand aus telephonieren und dann die Wohnung mit Spanisch-Vokabeln pflastern. Somit konnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: der schlechte costaricanische Geschmack in Bezug auf die Inneneinrichtung konnte etwas übertüncht werden und auch unser Wortschatz erweiterte sich dabei spielend (learning by doing – something). wohnung-3607.jpgAußerdem fühlte ich mich durch die bunten Papierfetzen dermaßen inspiriert, dass ich gleich mal zwei Countdown-Wandbilder bastelte – getreu all den Vorurteilen, die man gegenüber allen in der sozialen Arbeit tätigen Menschen haben kann. Also wie gesagt, ein Countdown für Basti´s verbleibende Zeit im Ministerium und ein Countdown für die Ankunft von meiner allerliebsten Schwester und dem allerliebsten Freund meiner Schwester! Nur noch 7 Tage und dann san 2 Bayern mehr im Ticoland!!!wohnung-3616.jpg

 

Nun, liebe Leser, folgt die Beschreibung eines unglaublich schönen Wochenendes an dem wir die übermäßige Gastfreundschaft der Ticos genießen durften…

Am Freitag waren wir bei Johanna (einer meiner Kolleginnen) zum Mittagessen eingeladen. Sie holte uns am Outlet Mall ab und wir fuhren gemeinsam nach Concepción, einer Ortschaft bei Tres Ríos. Die Umgebung wirkt sehr ruhig und friedlich, trotzdem sind die Häuser eingezäunt und mit Gittern an den Fenstern versehen. Johanna führt uns zu einer Reihenhaussiedlung mit Sackgasse, an deren Anfang befindet sich ein großes Eisentor inklusive Tag- und Nachtwächter der uns freundlich begrüßt und das Tor öffnet. Der uns ansonsten entgegenschlagende schlechte Geschmack der Ticos ist hier in keinster Weise vorzufinden. Das kleine, zwischen andere Häuser „eingeklemmte“ Gebäude ist äußerst geschmackvoll eingerichtet: schlichte Möbel aus dunklem Holz, orange Kissen, viele Kerzen, für meinen Geschmack gute Bilder (bald hängen auch zwei von mir in diesem Haus!) und einem Duschvorhang von der Sesamstraße. Außerdem genießen sie den Luxus eines Gartens! Und das alles gibt’s hier für nur 40 000 Euro all inclusive. Ach ja, übrigens heißt hier Kermit der Frosch aus der Sesamstraße „Rana René“…

Wir verbringen fast 8 Stunden bei meiner quirligen und so herzlichen Kollegin, wir fühlen uns sehr willkommen und überaus wohl. Wir werden mit unglaublich köstlichem Essen verwöhnt, bringen ihr das Ballspiel „Kirschen gegessen“ bei, spielen ein paar Runden UNO, hören gute Musik, trinken ein wenig Alkohol und lachen viel… Basti erfindet einen neuen Ausdruck auf Spanisch: la actividad de los moncos. Besser könnte es einfach nicht sein! Diese unglaubliche Herzlichkeit und Unkompliziertheit lässt das Heimweh weniger werden und mit einem überaus wohligem und zufriedenem Gefühl machen wir uns abends mit dem Bus auf den Heimweg…

 

Am Samstag heißt es dann erstmal ausschlafen. Basti kränkelt ein wenig vor sich hin und es gelingt mir auch nicht, ihn mit einem guten Frühstück aufzuheitern. Er fühlte sich die letzten Tage über immer wieder ein wenig unwohl, aber ich verordne ihm Gurgeln mit Salzwasser, Tropfen gegen allgemeines Unwohlsein, Inhalieren mit Minzöl, Ingwertee mit Honig und zum Schluss noch eine Tablette Ibuhexal. Nach diesem Rundumschlag an Heilungsmethoden machten wir nachmittags einen kleinen Stadtbummel mit Kathrin und Lorenz. Eigentliches Ziel dieses Besuchs im Stadtzentrum war das Geschäft „Zodiac“. Dort kann man so ziemlich alles kaufen, was das Holzperlen-Samen-Edelstein-Herz begehrt. Dieser kleine Laden ist die Hauptversorgungsquelle für Materialien zur Schmuckherstellung in meiner Arbeit. Wir haben geshoppt was das Zeug hält, schließlich müssen wir ja auch an die Zukunft denken: falls es Basti nicht gelingen sollte, eine neue Praktikumsstelle zu finden, hat er nun immer noch die Möglichkeit, Ketten und Ähnliches herzustellen und als ausländischer Straßenverkäufer in Costa Rica Karriere zu machen. Seine türkisfarbenen Augen sind hier bestimmt bei den weiblichen Interessenten sehr werbewirksam!

Wie sich bestimmt jeder vorstellen kann, ist so eine Shoppingtour sehr anstrengend. Deshalb genehmigten wir uns danach erstmal einen Open-Air-Cappucchino im Café de la Posada.

 

Abends stand wieder mal Jazz Café auf dem Plan. Diesmal mit internationaler Runde: Costa Rica > Johanna mit Freund Didier und der Tochter meiner Chefin – Mariana. Deutschland: Kathrin und Lorenz (unsere Nachbarn), Dorothea (Academia Tica), Steffi (Kollegin von Kathrin und Lorenz) und unsere Wenigkeiten. USA: irgendeine junge Dame deren Namen ich vergessen habe und die auch vorher noch nie gesehen hatte. Niederlande: Susan (Academia Tica).

Es war ein überaus lustiger Abend mit